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Planen und Bauen im Landkreis Gifhorn  |  39 Fördermittel Soweit der Haushaltsplan des Landes Niedersachsen dies zulässt, können Fördermittel zur Erhaltung und Instandsetzung von Denkmalen bereitgestellt werden. Förderungswürdig sind die Kosten für den Erhalt denkmalwerter Substanz sowie gegebenenfalls der Mehraufwand einer denkmalgerechten Ausführung. Der Antrag ist rechtzeitig vor Baubeginn über die untere Denkmalschutzbehörde an den Braunschweiger Stützpunkt des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege zu stellen. Voraussetzung für die Bewilligung ist die denkmalrechtliche Genehmigung der geplanten Maßnahme durch die untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Gifhorn. Darüber hinaus können Landeszuwendungen mit weiteren Auflagen verbunden werden. Ein Anspruch auf Förderung besteht nicht. Weitere Fördermöglichkeiten können bei Stiftungen, wie zum Beispiel der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, sowie dem Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Niedersachsen (LGLN) angefragt werden (hier gegebenenfalls auch Mittel aus dem Dorferneuerungsprogramm). Auskünfte zu möglichen Fördermitteln können beim Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege eingeholt werden. (Adresse siehe unter „Adressen“) Steuervergünstigungen Das Einkommensteuergesetz (EStG) sieht für Baudenkmale erweiterte Abschreibungsmöglichkeiten vor, wodurch sich erhebliche Steuereinsparungen ergeben können. Handelt es sich um Erhaltungsaufwendungen, so können diese im Jahr der Bezahlung in voller Höhe als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung abgesetzt oder aber auf 2 bis 5 Jahre gleichmäßig verteilt werden (§ 11 a EStG). Nachträgliche Herstellungskosten an einem Baudenkmal können anstelle der üblichen linearen oder degressiven Absetzung für Abnutzung (AfA) erhöht abgesetzt werden. Die erhöhte Abschreibung nach §§ 7 i ff. EStG wird gewährt für Maßnahmen an einem Gebäude, das nach den jeweiligen Vorschriften über Denkmalschutz und Denkmalpflege ein Baudenkmal ist, die zur Erhaltung als Baudenkmal sowie zu einer sinnvollen Nutzung erforderlich sind. In der Regel werden Kosten für denkmalgerechte Lösungen, die der Anpassung an einen zeitgemäßen – jedoch nicht luxuriösen – Standard dienen, anerkannt. Hierbei wird in Abhängigkeit der Nutzung unterschieden in: Baudenkmale, die zu eigenen Wohnzwecken genutzt werden (§ 10 f EStG): Bei Baumaßnahmen können die Herstellungskosten verteilt über 10 Jahre mit jährlich 9 % abgesetzt werden: Dies gilt nur für Aufwendungen, soweit sie noch nicht nach § 10 e EStG oder gemäß Eigenheimzulagengesetz berücksichtigt worden sind.Die Abschreibung kann nur einmal (durch Eheleute zweimal) in Anspruch genommen werden. Ein weiterer Vorteil gegenüber anderen Eigenheimen besteht darin, dass auch anerkannte Kosten für genehmigte Erhaltungsaufwendungen aus Sanierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen absetzbar sind (unterschiedlich bei Einzeldenkmalen und Gruppen). Baudenkmale, die zur Einkunftserzielung genutzt werden, zum Beispiel durch Vermietung (§ 7 i EstG): Bei Baumaßnahmen können die Herstellungskosten im Jahr der Herstellung und in den folgenden sieben Jahren jeweils bis zu 9 % und in den folgenden vier Jahren jeweils bis zu 7 % als Werbungskosten abgesetzt werden (§ 52 Absatz 23 b EStG). Dabei gibt es keine Einschränkung hinsichtlich der Anzahl der Objekte. Die Anschaffungskosten für den Erwerb der Altbausubstanz sowie die nicht begünstigten Herstellungskosten sind wie bei anderen der Einkunftserzielung dienenden älteren Gebäuden mit jährlich 2,5 % bzw. 2 % bei Gebäuden, die nach dem 31.12.1924 fertig gestellt wurden, absetzbar. Eine rechtzeitige Absprache mit der unteren Denkmalschutzbehörde ist empfehlenswert, da nicht alle genehmigungsfähigen Maßnahmen auch begünstigt und damit förderungswürdig sind. Die Steuerbescheinigung wird auf Antrag von der unteren Denkmalschutzbehörde ausgestellt. Die Erteilung der Bescheinigung ist gebührenpflichtig, die Gebühren belaufen sich je nach Höhe der zu bescheinigenden Summe auf aktuell 70 Euro bis 410 Euro. Adressen Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege Scharnhorststraße 1, 30175 Hannover Telefon: 0511/925-50 Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Niedersachsen (LGLN) Regionaldirektion Braunschweig Wilhelmstraße 3, 38100 Braunschweig Telefon: 0531/484-2000 Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz Löwenwall 16, 38100 Braunschweig Telefon: 0531/70742-0


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