Teil III - 12. Am Kauf und Bau Beteiligte

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Teil III Neben Käuferinnen und Käufern sowie Verkäuferinnen und Verkäufern sind an einem Grundstückskauf und Hausbau bzw. einem Immobilienerwerb eine Reihe weiterer Personen und Einrichtungen beteiligt. Die Stellung und die Aufgaben der wichtigsten Beteiligten werden im Folgenden kurz erläutert. Käuferinnen und Käufer Vor der Erstellung des Kaufvertrags sollte von den Erwerberinnen und Erwerbern festgelegt werden, wer als Käuferin oder Käufer auftreten soll (und gegebenenfalls wie), zum Beispiel bei Ehepaaren, dass beide je zur Hälfte eine Immobilie erwerben. Unter Umständen kann es sinnvoll sein, dazu vorher den Rat einer Steuerberaterin oder eines Steuerberaters einzuholen. Verkäuferinnen und Verkäufer Als Verkäuferin oder Verkäufer von Grundstücken treten in der Regel auf: Privatpersonen, Kommunen, Erschließungsgesellschaften, Bauträgerinnen und Bauträger oder Fertighausanbieterinnen und Fertighausanbieter, Kirchengemeinden oder Stiftungen sowie Banken, Sparkassen und Bausparkassen. Grundstücksangebote der Kommunen und Erschließungsgesellschaften sind in der Regel durch Anfrage bei den Bau- oder Liegenschaftsämtern der in Frage kommenden Gemeinden zu erhalten oder werden öffentlich bekannt gemacht. Teilweise erfolgen Angebote auch direkt über die Immobilienseiten der Zeitungen oder imInternet. Bauträgerinnen und Bauträger sowie Fertighausanbieterinnen und Fertighausanbieter verkaufen Grundstücke in der Regel mit errichteten Häusern oder Eigentumswohnungen bzw. gekoppelt mit deren Bau. Die dazu notwendigen Verträge mit Bauträgerinnen und Bauträgern unterliegen der Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV). Eine ungebundene Planung mit freien Planerinnen oder Planern ist dann meistens nicht möglich. Kirchengemeinden und Stiftungen, gelegentlich auch Kommunen, vergeben Baugrundstücke häufig über Erbpacht. Angebote sind erhältlich durch Anfrage direkt bei den Kirchengemeinden oder Stiftungen oder über die Kommunen, die über entsprechende Informationen zu den verschiedenen Ansprechpartnerinnen oder Ansprechpartnern verfügen. Banken, Sparkassen und Bausparkassen verkaufen Eigentumswohnungen, Häuser oder auch Baugrundstücke in eigenem Namen oder treten als Vermittlerin oder Vermittler auf. Grundstücksangebote von Privatpersonen sind selten. Sie sind im Wesentlichen im Immobilienteil von Tageszeitungen, teilweise auch über das Internet, zu finden oder in den Schaufenstern von Banken und Sparkassen ausgehängt. Ein Großteil der privaten Verkäuferinnen und Verkäufer bedient sich der Vermittlung durch Maklerinnen oder Makler. Maklerinnen und Makler (aber auch Banken) verlangen für ihre Leistungen in der Regel Provisionen (Maklercourtage). Es gibt jedoch auch Verkäuferinnen oder Verkäufer, die ausdrücklich von Privat an Privat anbieten. In öffentlichen Versteigerungen oder den Zwangsversteigerungen seitens der Amtsgerichte werden Immobilien aus allen Bereichen und Verkäuferinnen bzw. Verkäufergruppen angeboten. Angebote unbebauter Grundstücke sind jedoch selten. Maklerinnen und Makler Die Aufgaben einer Maklerin oder eines Maklers umfassen: • die Preisfindung, • das Erstellen des Exposés (Beschreibung des angebotenen Objekts, mit der Maklerinnen und Makler ihre in der Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV) festgelegte Informationspflicht erfüllen), 40  |  Planen und Bauen im Landkreis Gifhorn • Veröffentlichung des Angebots, zum Beispiel durch das Schalten von Anzeigen, • die Durchführung von Objektbesichtigungen, • die Preisverhandlungen, • die Hilfe bei der Erstellung der Finanzierung und gegebenenfalls ihre Prüfung, • Vorbereitung der Vertragsabwicklung und des Notartermins. Für das Berufsbild der Immobilienmaklerin oder des Immobilienmaklers gibt es in Deutschland noch keine normierten Voraussetzungen. Seriöse Maklerinnen und Makler sind nicht ausschließlich Vermittlerinnen oder Vermittler, sondern Immobilienberaterinnen und Immobilienberater mit einem durch qualifizierte Ausbildung erworbenen Spezialwissen. Die Dachverbände, wie der Verband Deutscher Makler (VDM) oder der Ring Deutscher Makler (RDM) prüfen ihre Bewerberinnen und Bewerber, bevor sie diese aufnehmen. Sie fördern Sach- und Fachkunde für ihre Mitglieder. Für erfolgreiche Vermittlungstätigkeit steht Maklerinnen und Maklern eine Provision zu. Diese beträgt etwa 3 % bis 6 % des Kaufpreises zuzüglich Mehrwertsteuer. Es gibt regional unterschiedliche Handhabungen darüber, ob die Provision von den Käuferinnen und Käufern, von den Verkäuferinnen und Verkäufern oder von beiden Parteien anteilig gezahlt wird. Notarinnen und Notare In Deutschland muss jeder Grundstücks- und Hauskauf zum Schutz der Beteiligten notariell beurkundet werden. Notarinnen und Notare sorgen für neutrale rechtliche Beratung, Rechtssicherheit, Rechtsfrieden und Schutz der Unerfahrenen vor übereiltem Handeln. Die Aufgaben von Notarinnen und Notaren umfassen: • Einblicknahme in das Grundbuch und das Baulastenverzeichnis • Entwurf eines Kaufvertrages • Beantragung von Auflassung (Einigung zwischen Käuferinnen und Käufern sowie Verkäuferinnen und Verkäufern über den Eigentumsübergang einer Immobilie), Auflassungsvormerkung (für den Fall, dass Kaufvertrag und eigentlicher Eigentumsübergang zeitlich auseinander liegen, sichern sich Käuferinnen und Käufer durch die Eintragung einer Auflassungsvormerkung im Grundbuch dagegen ab, dass Verkäuferinnen und Verkäufer in der Zwischenzeit das Eigentum anderweitig übertragen), Eintragung ins Grundbuch • Gegebenenfalls finanzielle Abwicklung über ein Notaranderkonto (Bankkonto auf den Namen einer Notarin oder eines Notars, auf dem diese beziehungsweise dieser fremdes Vermögen treuhänderisch verwaltet. Der Kaufpreis wird auf diesem Konto verwahrt, bis alle gegenseitigen Verpflichtungen aus dem Kaufvertrag erfüllt sind) • Grundschuldbestellung zur Darlehenssicherung (notariell beurkundete Zustimmung der Grundstückseigentümerin oder des Grundstückseigentümers zur Belastung ihres oder seines Grundstücks (Grundschuld), verbunden mit dem Antrag, diese in das Grundbuch einzutragen) • Abgabe einer Notarbestätigung (Bestätigung von Notarinnen oder Notaren gegenüber dem Finanzierungsinstitut, dass der rangrichtigen Eintragung der Grundschuld nichts im Wege steht. Dies ermöglicht die Auszahlung eines Darlehens, bevor die Eintragung im Grundbuch vollzogen ist) Beurkundende Notarinnen und Notare sind verpflichtet, Käuferinnen und Käufer sowie Verkäuferinnen und Verkäufer über ihre Rechte und Pflichten im Zusammenhang mit dem Kaufvertrag aufzuklären und die Voraussetzungen für die Grundbucheintragung 12. Am Kauf und Bau Beteiligte


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