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Planen und Bauen im Landkreis Gifhorn  |  41 zu schaffen, etwa durch Klärung gesetzlicher Vorkaufsrechte (zum Beispiel der Kommune), die den Kaufvertrag ungültig werden lassen könnten. Schließlich beantragen Notarinnen und Notare die Grundbucheintragung. Die Vertragsparteien können die Notarin oder den Notar selbst auswählen. Üblich ist, dass Käuferinnen und Käufer das Wahlrecht ausüben. Es bleibt dann Aufgabe der Vertragsparteien, die Notarin oder den Notar über unklare oder zweifelhafte Regelungen zu befragen. Man sollte sich deshalb vor dem Notartermin den Vertragsentwurf aushändigen lassen, um diesen in Ruhe zu lesen und zu prüfen. Fragen sollten der Notarin oder dem Notar auch schon vor dem offiziellen Termin gestellt werden. Um die Eigentumsübertragung abzusichern, muss von Notarinnen und Notaren erst eine Auflassungsvormerkung an erster Rangstelle in das Grundbuch beantragt werden. Dies sichert die Käuferinnen und Käuferansprüche während der formellen Eigentumsübertragung, die, je nach Arbeitsbelastung der Amtsgerichte, mehrere Wochen bis Monate dauern kann. Erst nach Eintragung dieser Auflassungsvormerkung sollte der Kaufpreis bezahlt werden. Käuferinnen und Käufer werden erst Eigentümerinnen und Eigentümer des Grundstücks durch die Eintragung ins Grundbuch. Die Notargebühren, die üblicher Weise Käuferinnen und Käufer tragen, richten sich bei einem Kaufvertrag nach dem Kaufpreis, bei der Grundschuldbestellung nach dem Sicherungswert (das heißt nach dem zur Absicherung der Kreditgeberin oder des Kreditgebers im Grundbuch als Grundschuld eingetragenen Darlehensbetrag). Die Gebühr wird mit Hilfe einer Gebührentabelle nach den gesetzlichen Vorschriften errechnet. Sie beträgt einschließlich Grundbuchkosten und Grundschuldbestellung etwa 1,5 % des Kaufpreises. Grundbuchamt (Amtsgericht) Das Grundbuchamt führt das Grundbuch und ist dem zuständigen Amtsgericht angegliedert. Aus dem Grundbuch lässt sich entnehmen, wer Grundstückseigentümerin oder Grundstückseigentümer ist (Abteilung I), ob bestimmte Nutzungsrechte auf dem Grundstück liegen wie Dauerwohnrechte, Nießbrauchrechte, Erbbaurechte, Vorkaufsrechte, Wege- oder Leitungsführungsrechte (Abteilung II) und ob das Grundstück noch mit Grundschulden und Hypotheken belastet ist (Abteilung III). Finanzamt Das Finanzamt erstellt die für die Eintragung ins Grundbuch erforderliche Unbedenklichkeitsbescheinigung als Nachweis über die ordnungsgemäße Entrichtung der Grunderwerbssteuer. Diese beträgt 5 % auf den Verkaufswert laut Kaufvertrag. Nach Fertigstellung einer neuen Immobilie ermittelt das Finanzamt den Einheitswert der Immobilie, der die Grundlage der gemeindespezifischen Grundsteuer darstellt. Finanzierungsinstitute Zum Abschluss eines Kaufvertrages sollte die Finanzierung gesichert sein. Da die Wenigsten ihren Wunsch nach Immobilieneigentum ohne Fremdfinanzierung verwirklichen können, ist ein individuelles und maßgeschneidertes Finanzierungskonzept unter Einbeziehung von Eigenmitteln, Förderung und Krediten zu entwickeln (näheres siehe unten). Sachverständige Auf Grund gesetzlicher Vorschriften benötigen die finanzierenden Banken zur Ermittlung des Beleihungswertes eines Objektes häufig Wertgutachten von Sachverständigen. Dabei werden zum Beispiel die Lage des Objekts, der Zustand eines darauf errichteten Gebäudes, die Kostenschätzung für einen geplanten Neubau und der erzielbare Mietertrag sowie die örtlichen Marktverhältnisse berücksichtigt. Sachverständige werden in der Regel von der finanzierenden Bank beauftragt. Sind mehrere Institute in die Finanzierung einbezogen, so greifen diese unter Umständen auf das gleiche Gutachten zurück. Die Schätzgebühren dürfen Darlehensnehmerinnen und Darlehensnehmern nicht gesondert in Rechnung gestellt werden (unzulässige Regelung gemäß rechtskräftigem Urteil des Landgerichts Stuttgart, AZ 20 O 9/07). Planerinnen und Planer sowie Fachingenieurinnen und Fachingenieure An dieser Stelle wird auf die Ausführungen zu den Beteiligten in bauordnungsrechtlichen Verfahren auf Seite 25 verwiesen. Ergänzend ist beim Bauen mit freien Planerinnen oder Planern darauf zu achten, dass auf Bauherrinnen und Bauherren einige Aufgaben zukommen, die nicht zum Verantwortungsbereich der Auftragnehmerinnen oder Auftragnehmer (Planerinnen oder Planer und/oder ausführende Baufirmen) gehören. Sie sollten daher bei der Kostenermittlung nicht übersehen werden. Dazu zählt die Herrichtung der Baustelle, das heißt es müssen die Lieferung von Baustrom und Bauwasser beantragt, Zufahrtswege für die Baufahrzeuge sichergestellt und die Hausanschlüsse für Gas, Strom, Wasser, Abwasser, Telefon/Internet und gegebenenfalls Fernsehkabel beantragt und hergestellt werden. In jedem Falle sollten sich Bauherrinnen und Bauherren dabei von ihren Planerinnen oder Planern oder anderen Fachleuten beraten lassen oder Planerin bzw. Planer mit diesen Leistungen beauftragen. Neben der Anforderung der NBauO, die diese an eine Bauleiterin oder einen Bauleiter stellt, muss die Bauleitung die Ausführung einer Baumaßnahme organisieren. Unabhängig von der Beauftragung einer Bauleitung sollten während der Bauzeit die Bauherrinnen und Bauherren selbst die Baustelle nach Möglichkeit mehrmals in der Woche besuchen und sich als rechte Hand der Bauleitung sehen.


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