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Planen und Bauen im Landkreis Gifhorn  |  45 13. Wirtschaftlichkeitsaspekte und Baufinanzierung zunächst hohen Belastungen nach Verwirklichung des Vorhabens zurechtkommen. Staatliche Fördermöglichkeiten Der Staat hilft Bauwilligen zum Beispiel in der Vorsparphase beim Bausparen, mit zinsverbilligten Darlehen und den Mitteln des sozialen Wohnungsbaus. Wichtig dabei zu wissen ist, dass nur auf die Leistungen im Rahmen der Bausparförderung und auf die steuerlichen Hilfen ein gesetzlicher Rechtsanspruch besteht, während mit den Hilfen im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus nicht mit absoluter Sicherheit gerechnet werden kann. Bausparen Das Bausparen gehört in vielen Fällen zu den Finanzierungsbausteinen. Das Grundkonzept des Bausparens besteht aus einer längerfristigen Ansparphase mit regelmäßigen Raten, durch die ein Anrecht auf ein niedrig verzinstes Bauspardarlehen erworben wird. Für das Bauspardarlehen wird zudem in der Regel nur eine nachrangige Absicherung im Grundbuch erforderlich. Die Grundprinzipien des Bausparens sind bei allen Bausparkassen gleich. Man schließt einen Bausparvertrag ab und spart monatliche Beträge, die in erster Linie von der Höhe der Bausparsumme bestimmt werden. Die Spar- und Darlehensbedingungen zielen auf einen langfristigen Sparprozess. Im Grundsatz bestimmt der Zins für die Sparerinnen und Sparer auch den Zins für die Darlehensnehmerinnen und Darlehensnehmer. Nach Gewährung des Bauspardarlehens zahlen Bausparerinnen und Bausparer eine aus Zins und Tilgung zusammengesetzte Annuität, die sich jährlich gewöhnlich auf 12 % der Darlehenssumme beläuft, also auf 1 % monatlich. Die Annuität für Bauspardarlehen ist deshalb relativ hoch, weil das Bauspardarlehen schnell (im Allgemeinen in 12 Jahren) getilgt werden soll. Das Bausparen wird gegenüber anderen Sparformen vom Staat durch die Gewährung von Bauspar- bzw. Wohnungsbauprämien und Arbeitnehmersparzulagen gefördert. Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Mit ihren Programmen für Wohnimmobilien unterstützt die KfW-Förderbank die Wohnungsbau- und Vermögenspolitik der Bundesregierung. Durch das Programm werden von der KfW der Bau und der Erwerb, die Modernisierung und insbesondere die energetische Sanierung von Häusern und Wohnungen gefördert. Kreditnehmerinnen und Kreditnehmer profitieren vor allem von den günstigen Zinsen der KfW. Darüber hinaus bietet die Förderbank bei langen Zinsbindungsfristen eine langfristige und solide Kalkulationsgrundlage. Die KfW-Förderkredite gehören heute bei den meisten Banken zum Standardangebot (teilweise jedoch nur auf Anfrage). Anträge für die Förderkredite können bei Banken oder Sparkassen gestellt werden. Weitere Informationen gibt es • bei der Hausbank, • bei der NBank (Telefon: 0511/30031-333 oder im Internet unter www.nbank.de) und • bei der KfW (Telefon: 0800/5399002 (kostenfreie Servicenummer) oder im Internet unter www.kfw.de). Sozialer Wohnungsbau Eine Förderung im sozialen Wohnungsbau ist nicht nur davon abhängig, dass die persönlichen Voraussetzungen erfüllt sind (zum Beispiel Kinderzahl und Unterschreitung der Einkommensgrenze), sie hängt auch davon ab, ob der zuständigen Bewilligungsstelle des Landes entsprechende Mittel zur Verfügung stehen. Wenn Bauwillige auf eine Förderung im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus unbedingt angewiesen sind, sollten sie deshalb erst dann in größerem Umfang Zahlungsverpflichtungen eingehen, wenn mit Sicherheit mit einer Förderung gerechnet werden kann. Die Erteilung des Bewilligungsbescheides oder die Genehmigung eines vorzeitigen Baubeginns sollte also abgewartet werden. Weitere Informationen gibt es • bei der NBank (Telefon: 0511/30031-0 oder im Internet unter www.nbank.de) sowie • bei der Wohnraumförderungsstelle im Landkreis Gifhorn (Telefon: 05371/82685 oder 643). Weitere Fördermöglichkeiten Insbesondere im Hinblick auf die Energieversorgung und Dämmung von Häusern werden von verschiedenen Bundesministerien und -ämtern Förderungen vorgenommen. So zum Beispiel fördert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle unter anderem Energiesparberatungen, das Heizen mit erneuerbaren Energien und die Kraft-Wärme-Kopplung. Näheres hierzu ist im Internet unter www.bafa.de oder unter der Telefonnummer 06196/908-0 zu erfahren. Darlehen und Bürgschaften Banken und Sparkassen wollen als Gläubigerinnen und Gläubiger sichergehen, dass sie das Geld auch zurückbekommen. Sie lassen sich deshalb Sicherheiten geben. Dies geschieht, indem in der Regel eine Grundschuld oder eine Hypothek in das Grundbuch des jeweiligen Grundstückes eingetragen wird. Durch die Bestellung einer Grundschuld wird erreicht, dass das belastete Grundstück der oder dem aus der Grundschuld Berechtigten für eine bestimmte Geldsumme haftet. Durch die Bestellung einer Hypothek wird eine persönliche Forderung – zum Beispiel ein Darlehen einer Bank an Bauherrinnen und Bauherren – an einem Grundstück dinglich gesichert. Gegenüber der Hypothek hat die Bestellung einer Grundschuld den Vorteil, dass Änderungen im Vertrag über das Darlehen, das durch die Grundschuld gesichert werden soll – beispielsweise die Erhöhung dieses Darlehens – ohne weitere Eintragungen im Grundbuch möglich sind, sofern die eingetragene Grundschuld genügend hoch ist. Man unterscheidet erstrangig und nachrangig gesicherte Darlehen. Erstrangige Darlehen werden im Allgemeinen bis zur Höhe von etwa 60 % des Beleihungswertes vergeben, nachrangige Darlehen bis zu 80 %. Der Beleihungswert liegt überwiegend unter dem Kaufpreis und/oder den Baukosten des Objekts. Ein nachrangig gesichertes Darlehen, auch bezeichnet als 1b-Hypothek oder zweitrangig gesichertes Darlehen, wird benötigt, wenn Eigenkapital, die normale erstrangige Hypothek und gegebenenfalls Verwandtendarlehen nicht für die Finanzierung genügen. Bei persönlicher Bonität von Schuldnerinnen und Schuldnern vergeben Sparkassen und Banken auch solche Darlehen. Diese sind jedoch etwas teurer als die erstrangigen Kredite. Nachrangig gesicherte Darlehen können auch mit einer Bürgschaft eines öffentlich-rechtlichen Instituts zusätzlich abgesichert werden. Die Bürgschaft beinhaltet, dass in dem Fall, in dem ein Darlehen weder von der Schuldnerin oder dem Schuldner noch aus dem Erlös einer Zwangsversteigerung zurückgezahlt werden kann, das Institut die Schuld übernimmt. Das Kreditinstitut ist also voll abgesichert. Jedoch bleibt die Schuld der Darlehensnehmerin oder des Darlehensnehmers bestehen. Die Forderung geht auf Teil III


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