14. Das Grundstueck

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Planen und Bauen im Landkreis Gifhorn  |  47 Teil III Vor der eigentlichen Grundstückssuche steht die Entscheidung für eine bestimmte Lage der Immobilie. Sie ist nicht nur entscheidend für den Wohnwert. Grundstücke auf dem Land oder in weniger zentraler Lage sind häufig preiswerter als im städtischen Raum oder im Umland einer Großstadt. Nachteil ist unter Umständen ein längerer Weg zur Arbeit, zur Schule oder zum Einkaufen, und damit höhere Fahrtkosten, die auf Dauer die Ersparnis beim Erwerb des Grundstücks in dezentraler Lage wettmachen können. Die Vor- und Nachteile sowie die kurz- und langfristigen Kosten der unterschiedlichen Standorte sollten daher sorgsam verglichen werden. Zum Grundstückskauf sind verschiedene Vorüberlegungen anzustellen: • Grundstücksgröße, • Nutzfläche, • Wohnfläche. Die erforderliche Grundstücksgröße hängt vom geplanten Haustyp ab: Ein freistehendes Haus benötigt mindestens 400 m2 Grundstücksfläche, ein Doppelhaus mindestens 280 m2, und Grundstücke für Reihenhäuser beginnen bei 150 m2. Oft ist ein solcher Haustyp durch Vorgaben im Bebauungsplan festgeschrieben, der auch maximale Baudichten, gemessen in Grund- und Geschossfläche pro Quadratmetern Grundstück, vorschreibt (siehe Berechnung Grundflächenzahl (GRZ) und Geschossflächenzahl (GFZ). Infrastruktur Hat man ein Grundstück von seinem Wohnumfeld her in die engere Wahl gezogen, sollte die Infrastruktur rund um das Grundstück geprüft werden, zum Beispiel die Entfernung zu • den Arbeitsplätzen, • Kindergärten, • Schulen, • Lebensmittelgeschäften, • Arztpraxen, aber auch die • Anbindung an das öffentliche Bahn- und Busnetz. Bevor die Entscheidung für ein Grundstück nach Lage und Preis fällt, sollte es noch genauer betrachtet werden. Bodenbeschaffenheit Von erheblicher Bedeutung ist die Bodenbeschaffenheit des Grundstücks: • Ist es ohne weiteres bebaubar? • Liegt ein Bodengutachten vor? • Wie hoch ist der Grundwasserspiegel? • Ist der Bauplatz möglicherweise ein Altlastenstandort? Informationen hierzu erhält man bei den Bauämtern der Gemeinden oder beim Umweltamt des Landkreises, aber auch durch Gespräche mit Nachbarn und vielleicht über Baufirmen, die bereits in dieser Gegend gebaut haben. Wird erst nach Baubeginn festgestellt, dass etwa der Boden nicht tragfähig ist oder Wasserhaltungsmaßnahmen zur Baudurchführung erforderlich sind, muss man mit erheblichen Mehrkosten rechnen. Baut man mit einer freien Planerin oder einem freien Planer, dann sollte man ihn bei diesen Recherchen hinzuziehen beziehungsweise einbinden. Rechtliche Rahmenbedingungen Vor Vertragsabschluss sollte die planungsrechtliche Bebaubarkeit des Grundstücks geklärt werden. Es ist beim Bauamt der jeweiligen Gemeinde nachzufragen, • ob ein gültiger Bebauungsplan vorliegt oder in Arbeit ist, • wie nach dem Bebauungsplan gebaut werden darf (zum Beispiel im Hinblick auf die äußere Gestalt des Gebäudes, die • Bauweise, Abstandsmaße zur Grundstücksgrenze, Bebauungstiefe), • welche Vorgaben mögliche Ortsgestaltungssatzungen enthalten. Dabei kann man gleichzeitig erfahren, ob in nächster Zeit in der Umgebung Straßen oder Schienenwege gebaut werden, ob in unmittelbarer Nähe ein Gewerbegebiet oder ähnliche das Wohnumfeld beeinträchtigende Vorhaben geplant sind. Kosten des Grundstückskaufes Man kann bereits beim Grundstückskauf mit dem Sparen beginnen. Die Grundstücks- und Erschließungskosten bilden häufig mit 20 % bis 25 % einen beachtenswerten Anteil der Gesamtkosten der Baumaßnahme. Allgemein beginnen die Kaufpreise für baureifes Land in Wohngebieten heute bei etwa 30 Euro/m2 in kleinen ländlichen Gemeinden und erreichen 250 Euro/m2 und mehr in großen Städten. Es ist auch zu beachten, dass ein großes Grundstück neben dem eigentlichen Kaufpreis weitere Kosten nach sich zieht. Die Erschließungskosten sind höher, ebenso die Grunderwerbssteuer. Auch für die jährlich zu entrichtende Grundsteuer hat die Grundstücksgröße Bedeutung, gleiches gilt für Anliegerbeiträge und die Gebühren für Straßenreinigung und gegebenenfalls Niederschlagswasserbeseitigung. Zum Preisvergleich verschiedener Grundstücksangebote findet man Anhaltspunkte in den Kaufpreissammlungen und Bodenrichtwertkarten, die von den Gutachterausschüssen der zuständigen 14. Das Grundstück


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