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Teil III Katasterämter erstellt werden. Daneben gibt der Ring Deutscher Makler ebenso wie andere Vereinigungen Preisspiegel heraus, die gewisse Anhaltspunkte über Grundstückswerte geben. Statistische Durchschnittswerte für baureifes Land sind jedoch nur wenig hilfreich, da sie die lokalen Besonderheiten nicht berücksichtigen. Auch der regelmäßige Vergleich der Grundstückspreise im Immobilienteil der Tageszeitung oder im Internet verschafft einen Überblick. Zu den Gesamtkosten für das Grundstück zählen: • Grundstückspreis • Gegebenenfalls Kosten für Vermessung • Gegebenenfalls Kosten für Baugrundgutachten • Gegebenenfalls Kosten für eine Bauvoranfrage • Notargebühren (0,8 % bis 1,5 % des Kaufpreises für Kaufabwicklung und Grundbucheintragung) • Grundbucheintragung (etwa 1,5 % des Kaufpreises) • Gegebenenfalls Maklerprovision (meist 3 % bis 6 % des Kaufpreises zuzüglich Mehrwertsteuer) • Grunderwerbssteuer (5 % des Kaufpreises) Erschließungskosten Man sollte sich möglichst nur ein voll erschlossenes Baugrundstück kaufen und sich bei der Erschließungsträgerin oder dem Erschließungsträger oder bei der Verkäuferin oder dem Verkäufer erkundigen, ob die vollständige öffentliche Erschließung im Grundstückspreis enthalten ist. Auch sollte mit der zuständigen Gemeinde geklärt sein, ob in absehbarer Zeit eventuell mit Nachforderungen oder weiteren Erschließungskosten zu rechnen ist. Wenn ja, sollten diese Kosten im Finanzierungsplan unbedingt berücksichtigt und ihre Verteilung zwischen Käuferin und Käufer sowie Verkäuferin und Verkäufer im Kaufvertrag geregelt werden. Stehen noch Erschließungsmaßnahmen aus, haben die Gemeinden das Recht, Vorausleistungen auf den künftigen Erschließungsbeitrag zu verlangen, wenn ein Bauvorhaben auf dem Grundstück genehmigt wurde und mit der Herstellung der Erschließungsanlage in absehbarer Zeit zu rechnen ist. Ferner können Vorausleistungen erhoben werden, wenn mit der Herstellung der Erschließungsanlage 48  |  Planen und Bauen im Landkreis Gifhorn begonnen wird. Zur vollständigen öffentlichen Erschließung gehören die Anlage von Straßen, Wegen, Grünflächen sowie die Verlegung der Hauptkanäle und -leitungen für Wasser, Abwasser, Gas, Strom und Telefon/Internet. Die Kosten der Erstellung der Hausanschlüsse für Strom, Gas, Wasser, Abwasser oder Telefon vom Abzweig der Hauptleitung beziehungsweise der Grundstücksgrenze bis ins Haus sind regelmäßig selbst zu beantragen und zu bezahlen. Die Hausanschlüsse werden von den Ver- und Entsorgungsunternehmen oder durch von ihnen konzessionierte Firmen verlegt. Eigenleistungen sind oft in Absprache mit dem jeweiligen Ver- und Entsorgungsunternehmen möglich. Dort kann man auch die Kosten beziehungsweise die Kosteneinsparungen erfragen. Sparen lässt sich – zum Beispiel bei Doppelhäusern oder Reihenhäusern – durch gemeinsame Hausanschlüsse sowie durch eine gemeinsame Heizungsanlage mit den Nachbarn. Die Grundstücke müssen dann aber als Gemeinschaftseigentum mit Sondernutzungsrechten ins Grundbuch eingetragen werden. Sonderfall Erbpacht Gemeinden oder Kirchengemeinden verkaufen nicht immer, sondern vergeben Grundstücke, zum Beispiel an kinderreiche Familien, oft auch in Erbpacht. In solchen Fällen pachtet man das Grundstück für eine bestimmte Zeit, meist 99 Jahre, und bekommt die Nutzungsrechte gegen einen jährlichen Erbbauzins übertragen. Der Erbbauzins beträgt zu Beginn in der Regel etwa 4 % des Bodenwertes. Grundstück und Gebäude fallen nach der Pachtzeit an die Grundstückseigentümerin oder den Grundstückseigentümer zurück, es sei denn, der Vertrag wird verlängert. Läuft ein Erbpachtvertrag aus, so muss die Grundstückseigentümerin oder der Grundstückseigentümer für ein mittlerweile bestehendes Haus eine entsprechende Entschädigung leisten. Erbpacht kann, muss aber nicht preiswert sein. Man sollte deshalb in einem solchen Fall die Erbpachtregeln genau prüfen, ob Steigerungsraten enthalten sind, etwa durch eine Kopplung an die Inflationsrate. 14. Das Grundstück


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