18. Versicherungen rund um den Bau

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Planen und Bauen im Landkreis Gifhorn  |  53 ler- und Tapezierarbeiten, das Verlegen von Bodenbelägen, das Einbringen von Dämmwolle oder Arbeiten an den Außenanlagen. In der Regel wird das schlüsselfertige Haus alternativ mit oder ohne „Finish“-Arbeiten angeboten. In solchen Fällen sollten sich Käuferinnen und Käufer beide Preise nennen lassen. Oft werden bestimmte Vergütungssätze (Preisnachlässe oder Gutschriften) für die in Eigenleistung zu erbringenden Arbeiten angeboten. Diese sollten mit mehreren Angeboten örtlicher Handwerksbetriebe verglichen werden. Erst dann kann seitens der Bauherrenschaft beurteilt werden, ob sich die Herausnahme der Leistung bzw. deren Erbringung in Eigenleistung überhaupt lohnt. 18. Versicherungen rund um den Bau Haftpflichtversicherung Die Haftpflichtversicherung schützt die Versicherungsnehmerinnen und Versicherungsnehmer und ihre Familien (Kinder bis zur Volljährigkeit, darüber hinaus, wenn dies in den Versicherungsbedingungen enthalten ist) gegen die im privaten Bereich vorkommenden Risiken. Soweit es sich um bestehende, selbst genutzte Einfamilienhäuser handelt, schließt die Privathaftpflichtversicherung die Absicherung möglicher Gefahrenquellen aus dem Eigentum vielfach ein. Eine Kontrolle in den Versicherungsbedingungen beziehungsweise Rücksprache mit der Versicherung sollte jedoch erfolgen. Bei Mehrfamilienhäusern, Einfamilienhäusern mit Einliegerwohnung, vermieteten Einfamilienhäusern oder unbebauten Grundstücken greift die Privathaftpflichtversicherung in der Regel nicht (Rücksprache mit der Versicherungsgesellschaft ist angebracht), so dass der Abschluss einer zusätzlichen Haus- und Grundstückshaftpflichtversicherung und/oder Bauherrinnen- oder Bauherrenhaftpflichtversicherung erforderlich beziehungsweise ratsam ist. Als Mindestversicherungssumme sollten 5.000.000 Euro pauschal für Personen- und Sachschäden vereinbart werden. Der Beitragsvorteil bei niedrigeren Summen steht in keinem Verhältnis zum Risikonachteil. Bauherrinnen- und Bauherrenhaftpflichtversicherung Bauherrinnen und Bauherren schaffen durch ihr Bauvorhaben eine Gefahrenquelle. Damit entsteht eine Vielzahl unkalkulierbarer Haftungsrisiken, die im Fall des Eintretens das gesamte Bauvorhaben zunichtemachen können. Bei Verletzung von Sorgfaltspflichten können Bauherrinnen und Bauherren zur Verantwortung gezogen werden, auch wenn sie Planerinnen und Planer oder Unternehmerinnen und Unternehmer mit der Erstellung des Bauwerkes beauftragt haben. So haben Bauherrinnen und Bauherren zum Beispiel dafür Sorge zu tragen, dass kein Baumaterial auf der Straße liegt, durch das andere Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer gefährdet werden. Ebenso sollten Bauherrinnen und Bauherren die Baustelle regelmäßig selbst überwachen und nur fachkundige Firmen und Personen mit Arbeiten beauftragen. Oft sind Planerinnen oder Planer, Bauleiterinnen oder Bauleiter oder die beteiligten Bauunternehmen ebenfalls für einen Schaden verantwortlich. Aufgrund der gesamtschuldnerischen Haftung kann die oder der Geschädigte jedoch ihre oder seine Ersatzansprüche in voller Höhe bei Bauherrinnen und Bauherren anmelden. Auf den Schutz der Bauherrinnen- oder Bauherrenhaftpflichtversicherung sollte daher nicht verzichtet werden. Sie ersetzt berechtigte Schadensersatzansprüche und sorgt dafür, dass unberechtigte Ansprüche abgewehrt werden, wobei den Bauherren im Falle eines Rechtsstreites keine zusätzlichen Kosten entstehen. Soweit Bauherrinnen oder Bauherren Arbeiten teilweise, überwiegend oder ganz in eigener Regie ausführen, kann hierfür gesondert Versicherungsschutz vereinbart werden. Feuerrohbauversicherung Wenn bis zum Baubeginn die später ohnehin erforderliche bzw. dringend anzuratende Wohngebäudeversicherung mit abgeschlossen wird, besteht hierüber während der Bauzeit häufig kostenlos für einen Zeitraum bis zu 12 Monaten Versicherungsschutz gegen Schäden durch Brand, Blitzschlag oder Explosion. Der Nachweis einer Feuerrohbauversicherung wird vielfach von Kreditinstituten vor der Auszahlung von Darlehen gefordert. Bauleistungsversicherung Auch bei sorgfältiger Planung können während der Bauzeit Schäden auftreten, die jede Kalkulation und das Baukapital gefährden. Ungewöhnliche Witterungseinflüsse, Vandalismus, Materialfehler und viele andere Ursachen können schnell zu unangenehmen Überraschungen führen. Neben dem finanziellen Schaden verzögert sich die Fertigstellung des Bauvorhabens. Bauherrinnen und Bauherren tragen von der Einrichtung der Baustelle bis zur Fertigstellung des Bauvorhabens das finanzielle Risiko möglicher Schäden, wobei das Risiko in Teilen auf die beauftragten Bauunternehmen bis zur Abnahme der vereinbarten Leistung übertragen wird. Die Bauleistungsversicherung (früher auch Bauwesenversicherung genannt) umfasst grundsätzlich alle Bauleistungen, Baustoffe und Bauteile für den Roh-, Aus- oder Umbau eines Gebäudes. Mitversichert sind auch die als wesentliche Bestandteile einzubauenden Einrichtungsgegenstände sowie Außenanlagen. Der Versicherungsschutz erstreckt sich auf alle während der Bauzeit auf der Baustelle unvorhergesehen eintretenden Beschädigungen oder Zerstörungen der Bauleistung oder sonstiger versicherter Sachen durch • höhere Gewalt, Elementarereignisse, ungewöhnliche Witterungseinflüsse wie Sturm, Hagel, Überschwemmungen, • unbekannte Eigenschaften des Baugrunds, • Konstruktions-, Material-, Berechnungsfehler, • Ungeschicklichkeit, Fahrlässigkeit, Böswilligkeit und • Handlungen unbefugter oder unbekannter Personen, insbesondere Diebstahl bereits eingebauter Teile. Darüber hinaus sind vielfache weitere Schäden beitragsfrei mitversichert oder können zusätzlich versichert werden.


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