Page 61

Gifhorn_61_01

Planen und Bauen im Landkreis Gifhorn  |  59 Neubau, Anforderungen und Begriffe Auf den folgenden Seiten wird über die Anforderungen an Neubauten informiert. Außerdem gibt es Hinweise zu Bauteilen und Haustechnik sowie über Luftdichtheit und wärmebrückenfreies Bauen. Anforderungen Energetisch gebaut wird heutzutage nach der Energieeinsparverordnung für Gebäude, Verordnung über Energie sparenden Wärmeschutz und energiesparende Anlagentechnik bei Gebäuden, kurz Energieeinsparverordnung (EnEV). Die jeweils aktuelle Fassung der EnEV ist zum Beispiel unter www.enev-online.de zu finden. Wer neu baut, muss entsprechende Anforderungen einhalten, die so genannten Mindeststandards. Hierbei handelt es sich um die nachfolgend dargestellten drei Anforderungen (§ 3 EnEV 2014 – Anforderungen an Wohngebäude (1. Jahres-Primärenergiebedarf / 2. Transmissionswärmeverlust / 3. sommerlicher Wärmeschutz)), die auch im Energieausweis zu finden sind. Der Energieausweis ist Bestandteil der bautechnischen Nachweise zum Wärmeschutz, die von entsprechend qualifizierten Planerinnen und Planern (zum Beispiel Energieberaterinnen und Energieberatern) erstellt werden müssen. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) regelt energetische Mindestanforderungen für Neubauten und Modernisierungen sowie den Um- und Ausbau oder Erweiterungen bestehender Gebäude. Sie macht Vorgaben für Anlagen zum Beheizen, Kühlen, Belüften und die Warmwasserversorgung. Auch Anforderungen an Energieausweise für Gebäude im Neubau und Bestand, Nachrüst bzw. Austauschpflichten sowie Regelungen zu Inspektions-, Wartungs- und Kontrollleistungen sind in der EnEV festgelegt. Die Verordnung gilt für alle mit Energie beheizten und gekühlten Gebäude – also für alle Wohngebäude. Für nur zeitweise beheizte, gekühlte oder genutzte Gebäude wie Ferienhäuser gelten besondere Vorschriften. Die EnEV bezieht sich unter anderem auf das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG). Danach müssen Eigentümer eines selbstgenutzten oder vermieteten Neubaus mit mehr als 50 m² Nutzfläche den Energiebedarf für Heizung, Warmwasser und Kühlung anteilig aus erneuerbaren Energien decken. Das Gesetz lässt auch Ersatzmaßnahmen wie Kraft-Wärme Koppelung, Nah- und Fernwärmenetz, Nutzung von Abwärme und Wärmedämmung zu. Wichtig: Eigentümer von Häusern im Bestand sind vom EEWärmeG nicht direkt betroffen. Allerdings regelt es unter bestimmten Voraussetzungen auch notwendige Maßnahmen für Um- und Ausbauten, Kernsanierungen oder Nutzungsänderungen. Energieausweise 1. Wer braucht einen Energieausweis? Wer ein Gebäude oder ein Gebäudeteil verkaufen, vermieten, verpachten oder verleasen will, muss sich einen Energieausweis ausstellen lassen. Bei der Errichtung von Gebäuden muss der Bauherr sicherstellen, dass dem Eigentümer unverzüglich nach Fertigstellung ein Energieausweis über das Gebäude ausgestellt wird. Gleiches gilt, wenn größere Änderungen an den Außenbauteilen bestehender Gebäude (z. B. Außenwände, Fenster, Türen und Dächer) vorgenommen werden oder die beheizte oder gekühlte Nutzfläche eines Gebäudes um mehr als die Hälfte erweitert wird. Lediglich für Baudenkmäler oder kleine Gebäude gelten Ausnahmen (§ 16 Absatz 5 EnEV). Bei uns werden Sie gut beraten


Gifhorn_61_01
To see the actual publication please follow the link above