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Teil III 2. Welchen Energieausweis muss man sich ausstellen lassen? Die Energieeinsparverordnung (EnEV) kennt zwei Arten von Energieausweisen: • den Energiebedarfsausweis, in dem anhand komplexer Berechnungen der theoretische Energiebedarf des Gebäudes ermittelt wird, und • den Energieverbrauchsausweis, der grundsätzlich auf den tatsächlichen Energieverbräuchen der letzten drei Jahre beruht. Sollen bestehenden Gebäude verkauft, vermietet, verpachtet oder verleast werden, kann unter Umständen ein Energieverbrauchsausweis erstellt werden. Dies gilt aber nur für Gebäude mit mehr als fünf Wohnungen, für die der Bauantrag nach dem 1. November 1977 gestellt wurde oder die schon bei Baufertigstellung das Anforderungsniveau der Wärmeschutzverordnung vom 11. August 1977 eingehalten haben oder dieses Niveau durch spätere Änderungen erreichen. Bei neu errichteten oder geänderten Gebäuden muss hingegen stets ein Energiebedarfsausweis erstellt werden. 3. Wer darf einen Energieausweis ausstellen? Energiebedarfs- oder Verbrauchsausweise für Bestandsgebäude dürfen nur von Ausstellern mit entsprechender Qualifikation ausgestellt werden. Dies können u. a. Architekten, Bauingenieure, Heizungsbauer oder Schornsteinfeger sein. Für Neubauten ist die Ausstellungsberechtigung landesrechtlich geregelt. 4. Wann und wie muss der Energieausweis genutzt werden? Soll ein mit einem Gebäude bebautes Grundstück oder ein Teil des Gebäudes vermietet werden, hat der Vermieter dem Mietinteressenten spätestens bei der Besichtigung einen Energieausweis oder eine Kopie des Energieausweises vorzulegen. Hierbei reicht es aus, wenn der Energieausweis deutlich sichtbar ausgehängt oder 60  |  Planen und Bauen im Landkreis Gifhorn ausgelegt wird. Sollte keine Besichtigung stattfinden, dann muss der Vermieter dem potenziellen Mieter unverzüglich den Energieausweis oder eine Kopie vorlegen. Spätestens jedoch nach einer Aufforderung des potenziellen Mieters muss der Energieausweis oder eine Kopie vorgelegt werden. Dies gilt auch dann, wenn der potenzielle Mieter den Ausweis schon vor dem Besichtigungstermin sehen will. Unverzüglich nach Abschluss des Vertrages muss dem Mieter der Energieausweis oder eine Kopie zudem übergeben werden. Entsprechendes gilt bei Verkauf, Verpachtung oder beim Verleasen. Vermieter sind aber nicht verpflichtet, für ihre Bestandsmieter Ausweise erstellen zu lassen oder diesen Einsicht in vorhandene Ausweise zu gewähren. 5. Wann muss der Energieausweis dauerhaft ausgehängt werden? Bei Gebäuden mit starkem Publikumsverkehr auf mehr als 500 m² Nutzfläche muss der jeweilige Nutzer dafür sorgen, dass ein Energieausweis an einer für die Öffentlichkeit gut sichtbaren Stelle ausgehängt wird, sobald einer vorliegt. Es muss hierfür jedoch nicht extra ein Energieausweis erstellt werden. In Betracht kommen hier beispielsweise Banken, Supermärkte, Gaststätten und Läden. Für Gebäude mit starkem Publikumsverkehr aufgrund einer behördlichen Nutzung von mehr als 500 m² Nutzfläche muss ein Energieausweis ausgestellt und an einer für die Öffentlichkeit gut sichtbaren Stelle ausgehängt werden. Ab 8. Juli 2015 wird die erforderliche Fläche auf 250 Quadratmeter reduziert. Verantwortlich für den Aushang ist der jeweilige Nutzer. 6. Inhalt und Aufbau der Ausweise Die Ausweise müssen nach Inhalt und Aufbau den Mustern der Anlagen zur EnEV entsprechen. Die Ausweise enthalten auf fünf Seiten die wesentlichen Gebäudedaten, eine Registriernummer, den „Vergleichsbalken“ (Energielabel) mit Energieeffizienzklasse, sowie Vergleichswerte und, soweit möglich, Modernisierungsempfehlungen. Bei Bestandsgebäuden kann der Aussteller die benötigten Gebäudedaten vor Ort selbst erheben oder sich diese vom Eigentümer übermitteln lassen. Letzteres kann die Kosten des Ausweises erheblich reduzieren und wurde vom Verordnungsgeber in § 17 Abs. 5 EnEV ausdrücklich zugelassen. 7. Wie lange sind Energieausweise gültig? Energieausweise verlieren spätestens nach 10 Jahren ihre Gültigkeit. Wenn größere Änderungen an den Außenbauteilen bestehender Gebäude vorgenommen werden, muss ein neuer Energieausweis erstellt werden. Der alte Energieausweis verliert dann mit Fertigstellung der Änderungen seine Gültigkeit. 8. Dürfen alte Energieausweise weiter verwendet werden? Auch Energieausweise, die vor in Krafttreten der aktuellen EnEV erstellt worden sind, dürfen mit folgenden Maßgaben weiter verwendet werden. Uneingeschränkt gültig für eine Dauer von 10 Jahren ab Erstellung sind: • Energiebedarfsausweise für Wohngebäude, die nach den Vorschriften der EnEV (egal welcher Fassung) erstellt worden sind, • Energieausweise, die vor dem 1. Oktober 2007 von Gebietskörperschaften oder auf deren Veranlassung ausgestellt worden sind und Angaben über den Energiebedarf oder -verbrauch einschließlich der Warmwasserbereitung und den wesentlichen Energieträger für die Heizung beinhalten, • Energieausweise, die die vor dem 1. Oktober 2007 erstellt worden sind und sich an dem am 25. April 2007 von der Bundesregierung beschlossenen Entwurf der EnEV orientieren Energieausweise, die keine dieser Voraussetzungen erfüllen, dürfen lediglich bis zum 30. Oktober 2015 weiter genutzt werden. 19. Energiesparendes Bauen


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