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Gifhorn_61_01

Teil III Beispielaufbauten für eine verputzte Außenwand mit einem U-Wert von 0,15 W/(m²K) Einschaliges Mauerwerk – Wandstärke 53 cm • 10 mm Innenputz • 490 mm hochdämmendes Mauerwerk, Wärmeleitfähigkeit 0,08 W/mK • 30 mm Wärmedämmputz Wärmeleitgruppe (WLG) 077 Mauerwerk mit Wärmedämmverbundsystem (WDVS) – Wandstärke 40 cm • 10 mm Innenputz • 175 mm Mauerwerk, Wärmeleitfähigkeit 0,56 W/mK • 200 mm Wärmedämmverbundsystem WLG 032 • 15 mm Putzsystem Holzkonstruktion – Wandstärke 33 cm • 12 mm Gipskartonplatte • 40 mm Installationsebene mit Dämmung WLG 040 • 18 mm Grobspanplatte (OSB) • 200 mm Holzständerkonstruktion mit Einblasdämmung WLG 040 • 40 mm Wärmedämmverbundsystem WLG 040 • 15 mm Putzsystem Die luftdichtende Ebene bildet im Massivbau der Innenputz, bei einer Wand in Holzkonstruktion ist es zum Beispiel die Grobspanplatte auf der Innenseite der Tragkonstruktion. Wärmebrücken an den Mauerkronen und Fußpunkten sowie zum Beispiel durch Rollladenkästen sind zu minimieren. 62  |  Planen und Bauen im Landkreis Gifhorn Fenster Fenster rücken die Räume ins rechte Licht. Sie lassen Helligkeit und Wärme herein, gleichzeitig sollten sie aber auch so wenig Energie wie möglich herauslassen. Bei jeder Planung sollte immer auf eine wohldosierte Größe der Fenster geachtet werden. Je größer die Fensterfläche, umso teurer wird der Sonnenschutz und umso weniger Wandstellfläche für Möbel erhält man. Übrigens: Wintergärten sind kein Beitrag zum Energiesparen, wenn sie wegen frostempfindlicher Pflanzen oder Einrichtungen beheizt werden oder wenn die Türen zum dahinter liegenden Wohnraum fehlen oder offen stehen. Über Glasflächen beheizter Räume geht immer mehr Wärme verloren als durch sie gewonnen wird. Bei der Auswahl von Fensterrahmen gibt es diverse Systeme aus Kunststoff beziehungsweise Recyclingkunststoff, Holz, Holz-Aluminium und Aluminium. Das Rahmenmaterial sollte immer auf den Dämmstandard des Gebäudes abgestimmt sein. Die Wahl der Verglasung sollte auf eine Dreifachverglasung mit einer so genannten „warmen Kante“ (Abstandshalter beziehungsweise Randverbund) fallen. Daneben müssen Anforderungen wie Schallschutz oder Sonnenschutz beachtet werden. Durch die Dreifachverglasung kommt weniger Sonnenergie (angegeben durch den so genannten Ug-Wert einer Verglasung) in den Raum, dies wird jedoch durch den verbesserten Dämmwert mehr als ausgeglichen. Auch ist das Gewicht der Dreifachverglasung für die Rahmen und Beschläge kein Problem mehr. Durch die gute Dämmwirkung der Dreifachverglasung merkt man in Fensternähe keine kalte Abstrahlung mehr. Kunststofffenster können mittlerweile gut recycelt werden, da sie sortenrein entsorgt werden. Daher gibt es neue Kunststofffenster mit Recyclinganteilen. Einige Rahmenhersteller sind Partner von Fensterrecyclingsystemen, wie zum Beispiel www.rewindow.de. Allgemeine Informationen über Fenster sind unter www.fenster1. de zu finden. Ausführung Bauteil (U-Wert) Neubau Bauteil EnEV Anforderung Empfehlung Fenster 1,3 W/(m2K) 0,9 W/(m2K) Dachflächenfenster 1,4 W/(m2K) 1,1 W/(m2K) Verglasungen 1,1 W/(m2K) 1,1 W/(m2K) Beispielfenster (Normmaß 1,23 m x 1,48 m) mit einem Uw-Wert von 0,90 W/(m2K) • 7 Kammer Kunststoffrahmen, Rahmentiefe 82 mm, Uf-Wert 1,0 W/(m2K) • 3-fach Verglasung mit Argonfüllung, Ug-Wert von 0,7 W/(m2K) • Edelstahl Abstandhalter als Randverbund, psi-Wert von 0,05 W/(mK) Übrigens: Im Internet findet man diverse kostenfreie Fensterberechnungsprogramme. Kellerdecke/Bodenplatte Wärme steigt zwar auf, fließt aber im gleichen Maße auch über Bauteile nach unten ab. Dies beruht auf dem Bestreben des Ausgleichs von warm nach kalt, egal in welcher Orientierung sich das Bauteil befindet. Ein guter Gebäudeabschluss nach unten ist auch immer ein Garant für Behaglichkeit (keine kalten Füße mehr, Krabbelkinder können stundenlang ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen). 19. Energiesparendes Bauen


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